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 Emder Wappen Emdens wirtschaftliche Blüte, das Aufstreben der Stadt Emden zur Handelsmacht, wurde seit jeher stark vom Flusslauf der Ems geprägt. Mit der Zeit nämlich suchte sich das Flussbett einen neuen Weg.
Der entscheidende Durchbruch des Dollarts geschah im Jahre 1509, als zwei schwere Sturmfluten den Lauf der Ems südlich von Nesserland veränderten - es entstand der Dollart. Der Strom lag zu dieser Zeit etwa drei Kilometer südlich des Hafens. In der Folge begann die Emsschleife zu versickern, und seither galt es, das Fahrwasser künstlich freizuhalten, um Schiffen das Anlaufen des Emder Hafens zu gewährleisten. Die Versandung stellte zunächst kein größeres Problem für die Schifffahrt dar, da die Koggen und Barken keinen nennenswerten Tiefgang aufwiesen. Verschiedene Sturmfluten jedoch, darunter die schwerste im Jahre 1717, ließen das Vorhaben scheitern, die Ems durch das Nesserlander Höft in ihr altes Flussbett zurückzuzwingen.
Da die Stadt Emden ihre zuvor gewonnene herausragende Stellung im Überseehandel verlor und zudem der einzige größere Hafen des Reiches war, wurde es notwendig, einem neuen Fahrwasser Raum zu geben. 1846 ließen deshalb die Stadtväter in dreijähriger Arbeit den an die drei Kilometer langen Stichkanal erbauen. 1848 wurde der Bau des Fahrwassers von Nesserland zum heutigen Delft begonnen.
Um 1870 steuerten etwa hundertfünfzig Loog- und Binnenschiffe den Hafen an. Ihre Fracht bestand überwiegend aus Butter, Käse, Eiern, lebendem Vieh und Torf. Die Vergrößerung des Hafens geschah im Jahre 1875 - der Handel florierte. Das rege Treiben spielte sich hauptsächlich am Faldern- und Ratsdelft ab, in unmittelbarer Nähe des heutigen EVAG Verwaltungsbüros. Ein paar Meter von der jetzigen Neutorstraße entfernt fand sich ein Pferdemarkt, und beim Stephansplatz kamen die Torfhändler zusammen, um ihre Waren zum Verkauf feilzubieten. Viele Bauern waren Patenreeder, das heißt, sie besaßen Rechte an einem oder mehreren Schiffen, was wiederum die Tatsache erklärt, dass viele Bauernsöhne auf diesen Schiffen anheuerten. Besonders erfolgversprechend war der Getreidehandel mit Südrussland, dem Gebiet des Schwarzen Meeres, wodurch viele Handeltreibende zu Ansehen und Wohlstand gelangten. Einer von ihnen war der Reeder Wilhelm Bley, dessen Name heute noch an einem der Lagerschuppen im Außenhafen zu lesen ist. Blühender Wohlstand bestimmte lange Zeit das Bild der Stadt an der Ems.
Zu jener Zeit, genauer im Jahre 1883, war Albert Ballin (*1857), Spross der jüdischen Familie Samuel Joel Ballin, Auswandereragent in Hamburg.
Am 1. Mai 1886 stellte die Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) in Hamburg den damals neunundzwanzig Jahre alten Albert Ballin als Auswandereragent ein, und binnen kurzem übernahm er das Passagebüro der HAPAG. Das Geschäft mit der Not florierte, und Deutschland besaß nach England die größte Passagierflotte der Welt. In den Hauptauswanderungsjahren konnten unter anderem dank Ballins persönlichem Engagement und Verhandlungsgeschick, allein mit der HAPAG hunderttausend Menschen pro Jahr auf der Suche nach einem besseren Leben ins Ausland abwandern.
In Anerkenntnis seiner unermüdlichen Bemühungen wurde Ballin sehr schnell in den Vorstand der HAPAG berufen und am 26. Oktober 1888 zum Direktor der HAPAG ernannt. Elf Jahre später, am 27. Oktober 1899, würde ihm die Position des Generaldirektors übertragen (vgl. Kludas et al.). Sein Motto lautete:
"Mein Feld ist die Welt" Es ist der Wahlspruch einer praktischen Intelligenz, die das Enge und die Beschränktheit provinzieller Verhältnisse als etwas zu Überwinden sich zur Aufgabe stellt. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Ballin, in seinem Drang zum Neuen im Jahre 1891 die erste Kreuz- oder Vergnügungsfahrt oder, wie es damals hieß: "Lustfahrt", ins Leben rief.  Luftaufnahme des »alten« Emden - Quelle: unbekannt Der Aufstieg des Deutschen Reiches im Jahre 1870 zog auch einen deutlichen Aufschwung Emdens nach sich, nachdem eine starke wirtschaftliche Depression vorausgegangen war. Das politische Geschehen in der Hafenstadt in den Jahren von 1875 bis 1913 wurde durch den amtierenden Bürgermeister Leo Fürbringer bestimmt. Fürbringer modernisierte die Stadt und vor allem den Hafen, indem er seine historisch gewachsenen Be-/Entwässerungsprobleme löste. Diesen Änderungen fielen um 1885 viele kleine Wassereinschnitte zum Opfer, es brachte aber den Vorteil, dass Emden "sauberer" wurde. Zwei Jahre danach wurde der hinter der Rathausbrücke belegende Teil des Delfts zugeschüttet. Infolge Umbaus und Erweiterung des Hafens, zum Beispiel des Kaiser-Wilhelm-Polders, der durch Eindeichung gewonnen wurde, erschien Emden in völlig neuem Licht: Der Hafen wurde gegenüber früheren Zeiten effizienter, und die Aussicht, mächtige Konkurrenten aus Hamburg und Bremen wirtschaftlich auszuschalten, belebte den Geschäftssinn.
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